März 14 2020

Extrablatt No. 1 / 2020

Achtung: Bericht enthält unbezahlte Werbung – wegen Namensnennung & Verlinkung!

————————————————–

Das neue Jahr ist nun schon wieder einige Tage alt und es wird Zeit, meine ersten Gedanken in das Universum aus Bits & Bytes zu jagen. Zuallererst möchte ich mich auch auf diesem Weg bei denen bedanken, die meiner Website und dem Extrablatt im letzten Jahr einen Besuch abgestattet haben. Es ehrt mich natürlich! Aber seht es mir nach, wenn mich die Umsetzung meiner Gedanken oder meiner Ideen bei weitem mehr interessieren, als irgendwelche emotionslosen Statistik – Auswertungen. Derzeit beschäftige ich mit einem interessanten und spannenden Projekt, über das ich aber noch nicht all zu viele Worte verlieren möchte.

Was sagen solche Statistiken oder gar „gefällt mir“ – Angaben eigentlich wirklich aus? Über mich als Person rein gar nichts! Denn es ist im Grunde nur ein ermittelbarer Fremdwert, der angibt, dass jemand auf meine Webseite / Extrablatt zugegriffen hat oder eventuell eine ähnliche geschmackliche Position vertritt.

Gereon Jörn hat sich über den Begriff Selbstwert einmal Gedanken gemacht und einen wirklich sehenswerten Vortrag zusammengestellt. Diesen könnt Ihr Euch hier anschauen:

Video: Gereon Jörn – Kenne Deinen Wert

Nun aber zurück zu meinem heutigen Beitrag! Ich denke jeder, der sich ein wenig intensiver mit der Fotografie auseinander setzt, wird der Frage: „Out of Cam oder die Gedanken sind frei?“ begegnen. Dabei ist die Antwort, wenn man professionelle Auftragsarbeiten hier einmal völlig außer Acht lässt, doch eigentlich recht einfach:

mein Foto + meine Ideen + meine Umsetzung = das finale Bild

Solange aus dem „Mein“ nicht „Dein“ gemacht werden muss, ist alles in bester Ordnung. Der Rest ist persönlicher Geschmack und glücklicherweise bei jedem von uns anders eingestellt. Wer sich natürlich durch dies oder das reichlich genervt fühlt, hat es übrigens in allen Lebenslagen selbst in der Hand, um sein persönliches Gleichgewicht wieder herzustellen. Außer man sucht gezielt nach so einem negativen Gefühl!

Auch die Frage, wann eigentlich eine Verfremdung des Moments (Bearbeitung) beginnt, ist in der Fotografie mehr als umstritten. Denn jeder präsentiert in seinem Foto doch nur das, was er auch wirklich den Leuten zeigen möchte. Ist somit die Wahl eines Ausschnitts eigentlich schon eine Verfremdung der Realität?

Die Location:

ulm

Der Ausschnitt:

ulm

Für die Vertiefung meines heutigen Gedanken habe ich einmal in meinem Archiew gekramt und ein Foto aus dem Jahr 2018 herausgesucht. Es wurde speziell für diesen Beitrag verkleinert und in eine schwarz / weiß Aufnahme umgewandelt. (Anmerkung: Ich gehöre zu der Fraktion, die durch Betätigen einiger weniger Handgriffe den Look optimiert oder verändert!) So konnte der tiefschwarze Kontrast des Sees entstehen. Er drängelt sich nun förmlich als Motiv in den Vordergrund und lässt ablenkende Details in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

schrecksee

Der Schrecksee ist übrigens ein Hochgebirgssee und befindet sich in den Allgäuer Alpen. Auf einer 8 km langen Wanderung gelangt man zu Fuß zum See. Für die Überwindung der 1200 Höhenmeter habe ich damals um die 3 1/2 Stunden gebraucht. Ich scheue mich nicht zu sagen, dass ich völlig im Eimer war, als ich da oben angelangt bin. Mein Foto Buddy Carmelo Rivoli (https://www.instagram.com/cr_photographx/) war schon längst auf der Jagd nach seinem Motiv, da saß ich immer noch im Gras und starrte einfach in die Landschaft. Und genau hier streifte mich ein Gedanke, wie ein Blitz beim … – ihr wisst schon!

Schaut vielleicht zuvor einmal auf ein größeres und farbiges Abbild vom Original

hier öffnen

Schon irre, dass nun die Wege, die Trampelpfade, das weiß leuchtende Haus und die winzigen Badegäste so eine verstärkte Aufmerksamkeit bekommen. (Finde ich zumindest!) Genau an diesem Punkt begann ich zu probieren, mich zu belesen und werkelte an dem Foto immer wieder herum. Das hochgesteckte Ziel:

Den damaligen Gedanken in die Tat umsetzen!

Und genau aus diesem Blickwinkel heraus entstand schließlich meine persönliche Version vom Schrecksee. Das Ergebnis macht mich zumindest zufrieden und auch ein klein wenig Stolz, denn es war für meine Verhältnisse doch eine recht aufwendige Geburt!

Link: das finale Bild im Portfolio anschauen

Der Rest liegt dann einfach nur noch im Auge des Betrachters und darf von Euch gern so oder so gesehen werden…