Wenn es irgendwo einen Gott geben sollte, dann war er an diesem Morgen auf meiner Seite…

Der 26. Juni 2018 gehört für mich und meinen fotografischen Ambitionen nun zu einen der Sternstunden in meinem Leben. Glück gehört jedenfalls dazu! Denn das ist einer der Faktoren, um einen ansprechenden Schnappschuss verwirklichen zu können. Wenn es irgendwo im Universum einen Gott geben sollte, egal wie man diesen nennt, dann hat er genau an diesem Morgen seine Hand auf meine Schulter gelegt und mir diesen wundervollen Augenblick beschert.

Mit einem lauten schrillen des Weckers, um 3 Uhr in der Früh, wurde ich an meinem dienstfreien Tag aus dem Schlaf gerissen. Selber schuld werden einige von Ihnen denken! Aber wenn man einen Sonnenaufgang kurz nach der Mittsommernacht fotografieren möchte, heißt es halt zeitig aus den Federn zu kommen. Etwas zerknirscht schlürfte ich ins Bad! Duschen, einen entspannten Kaffee und kurz die Nase an die frische Luft gehalten, um die aktuelle Temperatur zu checken. Und diese war genau an diesem Morgen im einstelligen Bereich gelandet! Der Blick zum Himmel machte mich ein wenig unsicher, denn die vorhergesagte klare Nacht war, trotz der Dunkelheit, mit erkennbaren dicken Wolkenfeldern überzogen. Nun gut dachte ich, ein Versuch ist es wert!

Die Vorbereitung für diesen einen Moment liefen aber schon einige Tage vorher! Die Wahl der Location, das Abchecken des Sonnenverlaufs, das Beobachten der Wetterinformationen und das Festlegen der Route für die Anfahrt – alles Dinge, die man heute ganz entspannt über das World Wide Web erledigen kann. Selbst meine Ausrüstung checke ich mittlerweile schon am Tag zuvor, um solche Missgeschicke wie das Fehlen des Akkus oder der Speicherkarte in der Kamera zu vermeiden. Man ist halt selbst in meinem Alter noch lernfähig!

Die Stadt befand sich noch im Tiefschlaf, als ich mit meinem Tretomobil durch die menschenleeren Gassen und Straßen unterwegs war. Nur vereinzelt kreuzten einige Frühaufsteher oder Endlichzubettgeher meinen Weg. Stille bewusst wahrnehmen zu können finde ich sehr angenehm! Es dämmerte schon, als ich den Ludwigfelder Baggersee in Neu-Ulm erreichen konnte. Nun gleich der erste Schreck. Der von mir angepeilte Steg im Wasser war nicht mehr da. Was für eine Sch…! Sollte er doch genau gegenüber des Sonnenaufgangs liegen und als Führungslinie für den Betrachter dienen. Egal, jetzt muss ich halt improvisieren!

Mein neuer Standort (in unmittelbarer Nähe) war schnell gefunden. Die Handgriffe sitzen mittlerweile recht gut, wenn ich meine Kamera positioniere und einrichte. Als neuer Vordergrund im Bild diente mir eine nahe Uferböschung. Nun hieß es warten und ständig der unruhige Blick zum Himmel. Dort lösten sich große Wolkenfelder mit einigen freien Flächen ab.

Und dann passierte das, was man nur mit Glück bezeichnen kann! Kurz nach 5 Uhr stand eine kleinere Wolkenformation günstig über dem See und spiegelte sich in der Wasseroberfläche. Die ersten einfallenden Sonnenstrahlen färbten die Unterseite der Wolken Feuerrot. Erst ein kleiner Punkt am Horizont, dann die gesamte Unterseite der Wolkenformation. Es wirkte, als würden die Wolken anfangen zu glühen! Die Spiegelung im glattgezogenen Seewasser und der leicht darüber huschende Morgennebel brachten eine mystische Stimmung in diese Szene. Was für ein Augenblick!

Ein Naturschauspiel, was schöner nicht sein kann! Wieder einmal wird mir mehr als bewusst, wie wundervoll unser blauer Planet doch eigentlich ist und was unser einziger Lebensraum an fantastischen Momenten zu bieten hat. Wir müssen doch eigentlich nur mit offenen Augen und offenem Herzen durch unser Leben gehen…

Morgenrot

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