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Hier stehen die glorreichen Zeiten des Hard Rock aus den 80ern des vergangenen Jahrhunderts wieder auf

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Hannes Braun, Ande Braun, Jim Müller, Steffen Haile und Andi Schnitzer haben 2006 ihre Combo KISSIN DYNAMITE ins Leben gerufen, um als schwäbische Glam Rock Formation die Welt zu erobern. Ich kannte sie bis zur Veröffentlichung ihres diesjährigen Silberling GENERATION GODBYE nicht einmal vom Hörensagen, obwohl sie ihre Wurzeln in einer mir nicht ganz unbekannten Region ausgebreitet haben.

Wie ich auf die Formation wirklich gekommen bin, kann ich nun beim besten Willen nicht mehr sagen. War es ein Bericht, den ich über sie gelesen habe oder war es eine Information aus einem sozialen Netzwerk? Egal! Was KISSIN DYNAMITE für mich recht interessant gemacht hat war die Tatsache, dass sie sich im Bereich des Glam Rock/ Glam Metal positionieren. Für das Lebensalter der einzelnen Bandkameraden doch etwas erstaunlich.

Das erste Herantasten an die Musik fand natürlich über das Web statt. Hier sind sie in allen gängigen Formaten vertreten, was man aber bei dieser Generation auch erwarten darf. Vielleicht könnten sich hier die altgedienten Vertreter des Genres sogar ein wenig abschauen.

GENERATION GODBYE überrascht, zumindest mich ganz gewaltig! Hätte man mir einfach das Album (ohne Vorabinformationen zur Band) an die Hand gegeben, ich hätte nicht geglaubt, dass die Herrschaften die musikalische Richtung, in der sie sich bewegen, gar nicht selbst erlebt haben. Respekt! Hier stehen die glorreichen Zeiten des Hard Rock aus den 80ern des vergangenen Jahrhunderts wieder auf. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht lehne ich mich zurück und genieße zum wiederholten Male das gesamte Album.

Es ist durch melodische Rock Tracks und einige wenige Balladen gekennzeichnet, die einen Vergleich mit den geläufigen Albenproduktionen der damaligen Zeiten nicht scheuen braucht. Sowohl stimmlich, als auch in der musikalischen Umsetzung der Songs brauchen sich KISSIN DYNAMITE nicht zu verstecken. Da wo sich Bon Jovi Ende der 80er verabschiedet haben, knüpfen KISSIN DYNAMITE 2016 selbstsicher an.

Die Rock Tracks auf dem Album können mich, sieht man von „Somebody to hate“ einmal ab, durchweg überzeugen und können sich bei mir die höchstmögliche Punktzahl abholen. Mit „Flying Colours“ und „Under Friendly Fire“ ballern die Herrschaften sogar zwei Diamanten ins Universum des Melodic Rock, die sich zu meinen persönlichen Favoriten etablieren können. Vor allem gefällt mir hier der Aufbau der Songs, die hinten raus noch ein wenig mehr Druck bekommen.

Balladen technisch bin ich immer eher weniger zu begeistern, aber die drei ruhigen Nummern sind solide und wird ihre Abnehmer finden. Sie orientieren sich an kleinen schmachtenden Hymnen, die mich keinesfalls auf so einem Longplayer stören. Sie haben vor 30 Jahren zum guten Ton der Zeit gehört und dürfen sich auch in der heutigen Zeit gern ihre Crowds suchen. Wenn ich hier einen Song herausheben müsste, würde ich mich für „Masterpiece“ entscheiden. Das Duett mit Jennifer Haben (Beyond the Black) ist stimmlich hervorragend zusammengestellt und kann durch seinen leichten sinfonischen Touch am Ende des Songs überzeugen.

Mit GENERATION GODBYE ist KISSIN DYNAMITE ein grundsolides Melodic Rock Album gelungen, was sich vor den Grundsäulen des 80er Stadionrock verneigt. Sie halten an Dingen fest, die Bon Jovi & Co. schon längst in die Schublade gepackt haben. Danke dafür!