April 17 2014

Die Black Symphonies ist eine gelungene Inszenierung von Blutengel

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Heute wage ich mich an ein Projekt heran, bei dem ich mich etwas weiter aus dem Fenster legen möchte. Dabei ist dieses Projekt einer Elektro Band aus der „Schwarzen Szene“ in einem musikalischen Spektrum angelegt, was zu keinem Zeitpunkt meines Lebens als bevorzugte musikalische Richtung gilt. Sie positioniert sich bei der Gruppe in einem Gefüge aus Electro Sounds mit Dance Einflüssen. Da fängt mein geitarrenlastiges Herz vorerst nicht an zu Hüpfen. Ganz im Gegenteil! Schon eher würde ich hier mit den klavierlastigen Balladen zurecht kommen. Diese werden über das Lexika Portal wikipedia.de als eines der stilbeschreibenden Elemente ebenfalls aufgeführt.

Trotzdem habe ich mich im World Wide Web umgesehen, als Meldungen über ein symphonisches Album der Band Blutengel mir untergekommen sind. Es ist so zusagen ein kleines Selbstexperiment, ob sich eine solche Richtung in meinen Gehörgängen verlaufen würde, oder ob die Beats und Sounds doch ihren Weg in mein inneres Wohlfühlzentrum finden würden. Es sind die typischen Vorurteile gegenüber dem, was man nicht kennt und was eines der großen Probleme in unserer gesellschaftlichen Verhaltensweise darstellt und was in gewisser Weise auch leider bei mir zu finden ist. Dabei gibt es überhaupt kein Grund dafür!

Ganz wichtig finde ich in einem solchen Fall die Informationen aus derMusikfachwelt und die Reaktionen der Käufer in den unterschiedlichen Verkaufsportalen. Gerade bei letzteren sind aber nicht diejenigen gemeint, die außer einem „find ich toll!“ nichts zu einer Produktion sagen können. Die „Black Symphonies“ haben gerade durch diesen besagten Umstand mein Interesse wecken können. So habe ich mich nun gezielt mit dem Beschäftigt, was hinter der Produktion steckt.

So fallen einem einige Eckpunkte vor die Füße, die nicht von schlechten Eltern sind. Über die Band Blutengel kann ich nur recht wenige Aussagen treffen. Sie setzt sich aus Chris Pohl und Ulrike Goldmann in ihrer Hauptverantwortung zusammen. Die tiefe Stimme von Chris Pohl steht in einem wundervollen Gegensatz zur Stimme von Ulrike Goldmann. Das kann bei mir auch auf dem Album punkten, obwohl ich keinen der Songs, die für das symphonische Experiment genutzt wurden, jemals gehört habe. Die Songs wurden von Conrad Oelak für das Orchester bearbeitet. Dieser ist über zahlreiche Filmproduktionen bekannt und hat die Songs für „Ostrock in Klassik“ und „Gothic in Klassik“ ebenfalls aufbereitet.

In dieser Inszenierung gelingt Oelak ein geschicktes Zusammenspiel zwischen dem Orchester und der Elektro Gothic Formation aus Berlin, bei dem das Orchester, so wie es zumindest mir scheint, die musikalischen Beats über Pauken und weitere Orchestereinheiten reproduziert. So wirken die Songs weicher und symphonischer, was mir persönlich gefällt. Das Orchester ist durchweg präsent und führt die Formation durch das Album, wodurch ein harmonisches Gefüge entsteht, dass nur über die Orchestermusiker und die starken Stimmen der Sänger geschaffen wird. Dadurch wird ein musikalisches Universum von fantasieartigen Klängen und fremden Welten vermittelt. Es wirkt wie eine gelungene klassische Inszenierung, die in einem der bekanntesten Opernhäusern der Welt Premiere feiert. Einziger negativer Punkt wäre hier die Gleichmäßigkeit der Wiederholung von musikalischen Sequenzen, die aber bestimmt der Stilistik der einzelnen Songs geschuldet ist.

Schafft das Orchester bei den tanzlastig generierten Songs ein Gefühl von Unruhe und Untriebigkeit, so lässt es bei den melancholischen anmutenden Nummern eine Atmosphäre der Entspannung entstehen, ohne dass dieses in die Gruft der Langweiligkeit endet. Vielmehr begibt sich gerade bei diesen emotionalen Nummern die eigene Seele auf eine Reise in die dunkle Welt des Seins, ohne dass sie sich im Nirgendwo der Noten verliert.

Das Aufeinanderzugehen beider musikalischer Parteien hat einen Kompromiss hervorgebracht, der auf dem Album einen gelungenen Gesamteindruck wiedergibt, den ich gerade bei der beat – orientierten Musikrichtung nicht erwarten konnte. Wenn es nun wirklich der musikalische Höhepunkt der Band, in der Zusammenarbeit mit einem Orchester, darstellen soll, wie es in einigen Fachmagazinen propagiert wird, so ist daran aus meiner Sicht nicht zu zweifeln. Inwiefern dieses den Anhängern von Blutengel zusagt, müssen diese mit sich und ihrem inneren Ohr austragen. Ich hab keine Schwierigkeiten, so ein gelungenes Album in meine Sammlung der „Orchester trifft…“ Alben aufzunehmen…

Anspieltipp:

legend – nachtbringer – vampire romance – die with you – what you get – behind the mirror

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VeröffentlichtApril 17, 2014 von andreasryll in Kategorie "Albumkritik (Musik)

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