Juni 16 2013

Die Spin Doctors sollten öfters im Whiskey baden….

Achtung: Text enthält unbezahlte Werbung, wegen Namensnennung!

Ehrlich gesagt kannte ich bis auf den Namen Spin Doctors eigentlich recht wenig von dieser New Yorker Combo. Sie ist mir in diesen Tagen nur durch Werbung eines Blueslabel aus Thüringen unter gekommen. Somit konnte ich auch nicht den Welthit „Tow Princes“ aus dem Hut ziehen. Man möge mir dieses verzeihen! Ein kurzes Anhören brachte zumindest den Schon – Mal – Gehört Effekt bei mir.Was mir als richtig Interessant erschien, war die Albumbeschreibung seitens der Verkaufsportale. So sollen die Spin Doctors schnurstracks auf dem Weg zu ihren Anfängen zurückgekehrt sein, der rein gar nichts mit dem zu tun haben sollte, was ich mir über zahlreiche Videoportale vorab anschauen konnte.

Genau das bringt es auf den Punkt, wenn auch in sehr untertriebener Form. Die Spin Doctors hauen mit dem Album „If the River was Whiskey“ richtig einen raus. Dieses kann ich mit Sicherheit auch schreiben, weil ich nicht zum eingefahrenen Fanlager der Doctors zu zählen bin. So kann ich mich frei von jeder voreingenommen Strömung diesem Album nähern. Nach dem ersten Durchhören frage ich mich, warum sie dieses nicht schon viel früher gemacht haben! Waren da vielleicht andere Mächte im Spiel? Es wäre nicht die erste Band, die sich nach einem Mega Erfolg jahrelang von gewissen Zwängen befreien muss, um wieder auf den soliden Pfad ihres eigenen Ich zurück zu finden.

Das Album verbreitet eine grandiose Atmosphäre, auch wenn mit „Ben’s Looking Out the Window Blues“ ein Song enthalten ist, der bei mir nur ein gewisses „…so lala!“ ernten kann. Trotzdem finde ich das Album gelungen! Es wird sehr oft durch seine rhythmische Schwermut gekennzeichnet. So räumen „Some Other Man Instead“, „Sweetest Portion“ und „So Bad“ bei mir die höchstmögliche Punktzahl ab. Sie entwickeln sich in meinen Boxen, als ob ein alter und behäbiger Tanzbär übers Parkett zum Tresen einer verrauchten Bar hatscht und sich einen Drink (ohne den kleinsten Hauch einer emotionalen Regung) gönnt. Das ist großartiger Blues, den ich als Nobody in diesem Genre, jedem genau so abkaufen würde.

Mit „Scotch and Water Blues“ findet man sogar noch ein wenig eine Steigerung zu den angesprochenen Top Songs. Dass „Scotch and Water Blues“ sich in diese Riege einordnen kann, ist natürlich die logische Konsequenz! Das besondere ist die bewegende E – Gitarrenführung, die diesem Song ein wundervolles Gesicht geben kann. Hier ist ein Meister seines Fachs am Werk gewesen! Da brauche ich die alten Kamellen der letzten Jahre ganz bestimmt nicht. Wobei ich gestehen muss, dass auch alle andern Songs des Album von genau diesem Attribut leben, auch wenn zahlreiche Songs ein wenig mehr funkiger und rockiger daherkommen.

Das Album entwickelt sich in seiner Gesamtheit! Hier zeigt es eine ungewöhnliche Stärke, die durch seine Einfachheit in seiner musikalischen Umsetzung brilliert. Rezeptfrei kann man sich mit diesem Album ein klein wenig Wellness für die Ohren holen, sofern man sich dem Genre Blues nicht ganz verschließen mag. Wenn es wirklich am Badezusatz im Fluss gelegen haben sollte, dann ist zu hoffen, dass nicht wieder Jahre vergehen, bis die Doctors einmal den Drang empfinden, sich so ins kühle Nass zu stürzen….