Schlagwort-Archive: ausprobieren und experimentieren

Extrablatt No. 01 / 2024
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winterstimmung,raw

Ich halte Euch einmal ein Foto vor die Nase. So, wie es auf dem Speichermedium meiner Sony Alpha ILC 77M2 gebannt worden ist. Es wurde Anfang Dezember 2023 aufgenommen. Halb elf wird als Uhrzeit angegeben. Das liegt aber nur daran, dass ich meinen Knipsophant nicht immer auf Sommer- oder Winterzeit einstellen mag. Oder besser geschrieben, dass ich es halt ständig vergesse. Allein die Schärfe wurde, aufgrund der Verkleinerung des Fotos für das Web, verändert. Wenn ich mich nun selbst kritisieren darf, dann würde ich beim nächsten Mal noch mehr Wert auf eine High Key Aufnahme legen und den White Balance wohl doch eher manuell einstellen, um den Schnee einfach noch weißer zu halten.

Am heimischen Rechner geht es dann an die Feinarbeit! Dabei habe ich einmal versucht eine Version in dem Stil zu halten, wie mir ähnliche Fotos in diesen „sozialisierten“ Medien öfters schon begegnet sind. Egal wo solche dann auf der Welt auch entstanden sein mögen. Es wirkt halt nun eher wie in der blauen Stunde und weniger wie halb Zehn in Deutschland. Die Komplimentärfarben machen den Rest und dem zuschauenden Mainstream wird es vermutlich weniger stören. Dass es unter uns auch die Leute gibt, die dieses perfekt beherrschen, muss ich nicht betonen. Pavel und Miho gehören in unseren deutschsprachigen Breitengraden wohl zu dem bekanntesten Beispiel. Mein Versuch dient hier lediglich als Veranschaulichung!

winterstimmung, social media look

Auch ich bin in diesen sozialen Netzwerken gern unterwegs, selbst wenn mir meine kleine Wandzeitung (Website) weitaus mehr liegt. Ich nutze Social Media halt ein wenig anders und lege es für mich auch anders aus. Ich schaue mir gern Trends an, die sich dort entwickeln, begleite Persönlichkeiten, die mich inspirieren und die mir vor allem persönlich zusagen. Mache mir aber eigene Gedanken darüber, wie ich aus diesem Hort des Mainstreams ausbrechen könnte. Wenn Du intensiver in die Fotografie einsteigst, dann wird Dir recht schnell auch der folgende Tipp (in ähnlicher Form) untergejubelt:

„Sei anders wie die Masse und finde Deinen eigenen Stil!“

Ganz verkehrt ist dieser nicht, nur wenn Du etwas finden möchtest, dann musst Du Dich auch wirklich auf die Suche begeben. Das heißt in meinen Fall ausprobieren und experimentieren. Ich fahre gut damit, mich vor dem heimischen Rechner zu positionieren, wirklich noch einmal in mich hineinzuhören und mit alten RAW – Dateien erneut auseinander zu setzen.

Dabei geht es nicht darum, ein perfekt finalisiertes Foto zu erzeugen, was auf biegen und brechen nun anders wirken muss. Es steckt weitaus mehr dahinter! Diese eine Aussage fordert Dich regelrecht auf, Dich intensiv mit Dir auseinander zu setzen und Dich nur mit Deinem inneren „ICH“ zu vergleichen. Es fordert Dich regelrecht auf, Dich selbst zu hinterfragen und Dir deutlich vor Augen zu führen, wer Du eigentlich bist!

In unseren heutigen Zeiten ist es schwieriger geworden, sich nicht einer angeblich breiten Massenmeinung zu unterwerfen, nur um die ein oder andere Anerkennung mehr zu bekommen oder einfach nur zugehörig zu sein. Dabei ist es gerade bei mir doch offensichtlicher, als bei vielen anderen, die über sich nichts weiter öffentlich pereisgeben, als ihre gezeigten Fotos. Allein dadurch, dass ich Euch meine musikalischen Vorlieben (auf meiner Website) empfehle, liegt es doch auf der Hand, dass ich eher mit einer „düsteren Seite“ etwas anfangen kann.

Ihr braucht jetzt nun nicht extra deswegen auf meine Webpräsentation zu wechseln! Meine Vorlieben gehören auch dem Metal, Symphonic Metal, Gothic, Dark Rock und so weiter. Alles musikalische Subkulturen, die man unter dem Sammelbegriff „Dark Music“ wiederfinden könnte. Nun schaut Euch einfach nur noch einmal das bearbeitete Foto am Anfang an. Würdet Ihr mir dieses, nach dieser einen Zusatzinformation, nun echt noch als meins abkaufen?

Wie würde das Foto auf Euch wirken, wenn Ihr wüsstet, dass ich nicht als bunter Hund durch meine kleine Welt, in der ich heute wohl eher dem konventionelleren (überwiegend bürgerlichen, teilweise traditionellen) Mainstream zugeordnet werden müsste, gehe? Wie würde es auf Euch wirken, wenn Ihr mich persönlich kennen würdet und wüsstet, dass ich kein „Sympatieträger“ bin, dass ich nicht den Mittelpunkt (von was auch immer) ausfülle, dass ich konsequent eigene Wege suche, dass ich mich nicht anderen Meinungen blind unterwerfe (selbst wenn ich dabei Gefahr laufe, dass man mich in eine Ecke stellt, in die ich niemals gehören dürfte), dass ich der Welt gern spühren lasse, wenn sie mir auf die Eier geht und dass ich nicht ständig mit einem Grinsen in der Fresse durch die Gegend spaziere?

Social Media ist ja regelrecht bekannt dafür, dass man seiner Community genau das vorhalten sollte, was sie gern hören, lesen oder sehen möchte, wenn man auf „Follower“ oder „Likes“ setzt. Wobei die Verantwortlichen sogar explizit darauf schauen, wer ihnen nützlich erscheint (Reichweite). So eine Art „Mitarbeiter des Monats“, nur halt ein wenig anders ausgelegt und inszeniert. Dass es hier gelegentlich auch die richtigen Vertreter unseres Fachs trifft, steht außer Frage und gefällt mir durchaus. Wirklich profitieren tun dabei aber nur die Schattenmänner im Hintergrund, die durch unsere Ideen, unsere Hingabe, unsere Inspriation und vor allem unserem Drang nach Ruhm ein Leben auf der Sonnenseite führen können.

Bei der Fraktion „Business“ sieht es natürlich etwas anders aus! Neben ihren persönlichen Ansichten müssen diese sogar ihre geschäftlichen Interessen im Auge behalten. Sie sollten zusehen, dass sie mit dem, was sie zeigen, auch ihre Aufträge an Land ziehen. Darum geht es mir hier aber nicht! Vielmehr möchte ich die Beginner ansprechen, die Fotografie rein als Hobby verstehen. Ich sehe mich (als Hobbyist), zumindest gegenüber der Fraktion „Business“, doch in einer recht angenehmen und komfortablen Position. Ob meine Bilder in Euren Kram passen, kann mir regelrecht egal sein! Mehr als dass diese Schattenmänner ihre Villen, ihre Inseln, ihre Yachten oder ihre Bunnys nicht auf meine Knochen finanzieren können, wird nicht passieren. Warum also nicht gleich auch solche Fotos präsentieren, die mal konventioneller, mal düsterer oder mal kantiger wirken dürfen und weitaus mehr meine eigene unperfekte Persönlichkeit wiederspiegeln…

winterstimmung, eigener stil

In diesem Sinne!
Andy

Themen & Links:

Pavel und Miho
https://www.kaplun.de/

finde Deinen eigenen Stil
https://www.jansens-pott.de/fotografischen-stil-finden/

Dark Music
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Musik

konventioneller Mainstream
https://www.delta-sozialforschung.de/delta-milieus/basismilieus/

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P.S.: Mein Exrtablatt war Anfang des Jahres längst geschrieben, als der Falk (Podcast: Fotografie tut gut) eine hörenswerte Folge veröffentlicht hat, die sich in einer ähnlichen Form mit meinem kleinen Gedanken, nur intensiver, auseinandersetzt. Sie hat eine Menge Ansätze, über die es sich lohnt nachzudenken…

Podcast Folge 190 – Die Fotografie als Ausdrucksmittel Deiner Identität
https://www.fotografietutgut.de/podcast-h%C3%B6ren/episode/1d4222cb/190-die-fotografie-als-ausdrucksmittel-deiner-identitat