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Extrablatt No. 02 / 2023

Achtung: Bericht enthält unbezahlte Werbung – wegen Namensnennung & Verlinkung!

Das war schon längst einmal wieder überfällig! 2018 waren wir das letzte Mal im Allgäu gemeinsam on Tour. Nun konnten wir einen neuen Termin endlich unter einen Hut bringen, um mit unseren Kameras einfach loszuziehen und ein paar wenige Stunden Spaß zu haben. Das ist halt so, wenn man nicht nur 5 Tage die Woche von 8 bis 16 arbeitet, seinem privaten Umfeld größere Aufmerksamkeit schenken möchte und eine Pandemie solche Geschichten irgendwie auch noch verhindert. Dabei kleben wir auch ohne solche komischen Ereignisse nicht ständig aneinander! Wir schätzen es beide sehr eigene Wege zu gehen und sich nur nach gewissen Abständen fotografisch gemeinsam zu bewegen. Wir begegnen uns halt auf der kleinsten möglichen Schnittstelle, die als Respekt hoffentlich auch anderen noch bekannt sein sollte.

Als ich 2014 begonnen habe, mich intensiver mit meiner Fotografie zu beschäftigen, wurden wir aufeinander aufmerksam. Carmelo Rivoli ist ein ambitionierter Hobbyfotograf, dem das Fotografieren sehr am Herzen liegt, ohne dass er seine finalen Ergebnisse ständig der Öffentlichkeit präsentieren muss. Seine Wertigkeit liegt auf seiner Art zu fotografieren und seiner Art Bilder im Nachgang zu bearbeiten. Für mich ist er ein persönlicher „Mentor“ geworden, der mir wertvolle Tipps und Gedankenanstöße mit auf meinen Weg gibt. Er erwartet aber von mir, dass ich meinen Allerwertesten von selbst bewege, mir selbst Wege suche, um mir gewisse Dinge zu erarbeiten und erst dann mich an ihn wende, wenn ich gar nicht mehr weiterkomme. Eigentlich auch verständlich! Denn wenn jemand mit langjähriger Fotografie – Erfahrung auf einen unerfahreneren Hobbyisten warten würde, müsste er in seiner eigenen Geschwindigkeit langsamer gehen.

Ende März waren wir in Sachen Architekturfotografie und architektonische Details unterwegs. Dafür haben wir uns vorab ein wenig intensiver mit dem Maler Edward Hopper (1882 bis 1967) und seinen Bildern auseinandergesetzt. Hopper gilt als eines der Aushängeschilder des amerikanischen Realismus und sein Stil ist unter Fotografierenden scheinbar doch recht beliebt. Zumindest deuten gewisse Gruppen in Social Media, denen ich nur als stiller Gast zum Lernen und zur Inspiration folge, darauf hin. Wir hatten uns vorgenommen, die ein oder andere Aufnahme eventuell an seine stilistische Richtung anzulehnen. Wie weit dabei jeder gehen mag, ist dann aber wieder persönliche Ansichtssache!

Das Motiv, was ich vorab ausgesucht habe, sollte zumindest recht gut geeignet sein. Allein schon durch sein amerikanisches Flair, einer Mischung aus Werkstatt und Restaurant, drängt sich dieses, für so eine Unternehmung, regelrecht auf. Das „Motorworld Inn“ in Warthausen bietet dabei kulinarische Genüsse, eine Wohlfühlatmosphäre und allein, durch seine gesamten Aufmachungen (innen wie außen), einen Augenschmaus der Extraklasse. Hier bekommt der Begriff „Erlebnisgastronomie“ einen würdigen Rahmen. Die direkte Nähe zur Öchsle – Dampfbahn könnte für einige Fotografierende vielleicht sogar ein Tüpfelchen auf dem „i“ sein. Bringt doch einfach ein wenig mehr Zeit mit, um Euch in dieser Lokalität auch noch verwöhnen zu lassen. Einen Tisch könnt Ihr online reservieren.

Mortorworld INN Warthausen

Fotografieren bedeutet Augen aufmachen, den Moment (so gut wie es gehen mag) auf sich wirken lassen und eigene Ideen entwickeln. Hier ist man dann unweigerlich wieder Einzelkämpfer, egal wie viel Leute sich gemeinsam an dem Ort der Begierde befinden. Denn wenn es ernst wird, dann schaut nur einer durch den Sucher oder eventuell auf das Display. Man darf sich natürlich auf so eine Unternehmung im Voraus vorbereiten, muss es aber nicht! Ich halte es zumindest so und mache mir gelegentlich schon vorab Gedanken zur Location im Web. Auf einem Notizblock werden, mithilfe von Online – Straßenkartenkarten, erste Ideen zu eventuell lohnenden Kamerapositionen entwickelt. Nicht selten kann ich diese aber auch wieder begraben, da sich die Situation vor Ort dann doch anders darstellt. In dem Fall des Motor World Inn in Warthausen kamen unsere DSLR/DSLA (Außenbereich) und mein Samsung Galaxy S20 FE (Making of) zum Einsatz.

Vielen Dank hier auch noch einmal speziell an das Team, dass wohlgesonnen unserem Vorhaben begegnet ist. Oder anders geschrieben: Wir haben einfach einmal vor Ort gefragt, ob sie etwas dagegen hätten, wenn wir uns fotografisch draußen ein wenig austoben würden. Die hier im Bericht gezeigten Fotos sind dann allesamt mit meinem Handy nebenher aufgenommen, die hoffentlich einen kleinen Eindruck von einem gelungenen Nachmittag und der Location wiedergeben.

Finale Ergebnisse unserer Versuche mit der DSLR oder DSLA möchten wir in dieser Ausgabe des Extrablatts aber nicht präsentieren. Eine Idee, mit der ich bei Carmelo offene Türen eingerannt habe! Denn hier soll einzig und allein das gemeinsame Erleben des Fotografierens eine Rolle spielen, bei dem wir uns einander über die Schulter geschaut, offen über unsere Ideen philosophiert, das ein oder andere Foto gemacht und einen fotografischen Nachmittag genossen haben. Stellt Euch nun nur einmal vor, wenn man sich jetzt noch gelegentlich Zeit für die entstandenen RAW – Datein nehmen, sich mit liebgewordener Musik (z. B. Whiskey Blues) umgeben und sich von seinen Gedanken und Ideen noch weiter treiben lassen würde. Ihr glaubt gar nicht, wie oft man kleine Geschichten und Begebenheiten in Gedanken zurückholt. Etwas, was den meisten immer verborgen bleiben wird und ich verbinde noch heute gewisse Fotos mit zahlreichen Begegnungen oder kleinen Geschichten, die auch bei unserem gemeinsamen Event wieder eine größere Rolle spielen durften. Kein „Like“, „Gefällt mir“ oder „Herz“ könnte so etwas jemals ersetzen!

Fotografie kann einfach so viel mehr sein, wenn man es nur für sich selbst zulassen und sich weniger darüber Gedanken machen würde, was andere mehr haben oder besser können. Wir beide wollen auf diese Weise unterstreichen, dass das Erstellen von Lichtbildern und das Umsetzen von Ideen vor Ort bei uns einen weitaus größeren Stellenwert einnimmt. Und dass dieses typische und allgemein bekannte Präsentieren doch recht wenig mit unserem eigentlichen Hobby zu tun hat. Wem das permanente Posen wichtig ist und wer sich gerade über eine solche Geschichte motivieren kann, der sollte sich dieses aber nicht verkneifen. Jeder so, wie er es bevorzugt…

In diesem Sinne!
Euer Andy

Carmelo Rivoli
https://www.instagram.com/cr_photographx/

Architekturfotografie
https://www.fotocommunity.de/photos/architecktur?term=architektur&sort=popular

Edward Hopper
https://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Hopper

Motorworld INN
https://warthausen.motorworld-inn.de/

Öchsle Dampfbahn
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96chsle_(Bahn)

Whiskey Blues
https://www.youtube.com/watch?v=0ycp7jAhkEo